Wohnsitz:

 

 

Im März 2002 haben unsere Nussknacker beschlossen, in's Grüne zu ziehen. "Back to the roots" - zurück nach Oberbergen, mitten in den Kaiserstuhl, wo (fast) immer die Sonne scheint und es spitzenmäßig gute Weine gibt - sagt Paps.

Beschluss gefasst - und von Stund an ging alles hopplahopp. Fast täglich klingelte der Briefträger, weil die Umschläge nicht mehr in den Kasten gepasst haben. Das Wohnzimmer quoll über mit Prospekten, Papieren und Zeichnungen und ständig waren die zwei unterwegs. Ende April haben sie dann ihre Namen unter ein Papier von HuberHaus gekritzelt und kurzfristig hat sich die Atmosphäre dann auch etwas entspannt. Bis im Juni, als dann plötzlich dieser "rote Punkt" in's Spiel kam, den Paps unbedingt haben wollte. Wochenlang "roter Punkt" vorne "roter Punkt" hinten. Wir haben gemalt wie die Verrückten. Mit Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren - aber Paps gefielen sie anscheinend alle nicht, er wollte einen von den Nasenbeeren vom Landratsamt.

Irgendwie hat er das dann auch hingekriegt, grade noch rechtzeitig zum 12. Juli, da war dann nämlich Spatenstich!

Mam' hat uns abends berichtet, dass wir jetzt Besitzer eines großen Erdlochs sind. Wir hätten uns das ja gerne mal angesehen, aber eine Woche später stand da schon unser Keller drin. Und das, obwohl es die ganze Woche ununterbrochen geregnet hat, an einem Tag sogar fünfzig Liter auf den Quadratmeter!

Am 24. Juli war dann die absolute Hektik angesagt. Schon kurz nach fünf geisterten unsere Herrschaften aufgeregt durch die Wohnung und packten ihren Rucksack

- es ging also los und wir durften wieder nicht mit!

Mam' hat aber ganz viele Bilder gemacht und sie uns noch am gleichen Abend gezeigt.

Muss das spannend gewesen sein!

 

Morgens um sieben wurde das komplette Haus auf vier Lastwagen verteilt angekarrt und abends um sieben waren bereits alle Teile fix und fertig zusammengeschraubt und sogar schon ein Dach drauf.

Die zwei waren platt wie Turnschuhe (obwohl sie ja nur zugesehn und nichts gearbeitet haben), aber so glücklich, als hätte es Rühreier geregnet - der Schampus floß natürlich in Strömen!

 

Von diesem Tag an waren sie dann wieder viel unterwegs. Paps, weil er die Abwasserrohre verlegen und den Keller streichen musste, Mam', weil sie alles Neue immer gleich sehen und uns berichten wollte.

Und es gab wirklich viel zu erzählen - in dem Haus muss es zugegangen sein, wie in einem Bienenstock! Schon zwei Tage später war das komplette Dach eingedeckt und die Solarzellen installiert.

In den folgenden zwei Wochen wurde das Dachgeschoss ausgebaut, die Fenster mit Rolläden und die Haustür gesetzt; Steckdosen, Sanitär und die Leitungen für die Abluft-Wärmepumpe wurden verlegt, die Dachrinnen angeschraubt und das ganze Wohnhaus fertig verputzt!

Während dann die Schläuche für die Fußbodenheizung verlegt wurden, hat Paps das Body-Building ganz neu für sich entdeckt. Zentimeter für Zentimeter hat er die aufgeschüttete Erde mit dem Rüttler bearbeitet und dabei Oberarme à la Schwarzenegger aufgebaut. Er musste sich auch ganz schön beeilen, weil die Außenanlage fertiggestellt werden sollte, während der Estrich trocknete.

Und er hat's auch tatsächlich geschafft! Als Maler, Fliesenleger und Installateure vier Wochen später angerückt sind, konnten sie schon auf einem frisch gepflasterten Hof parken und ihre Sachen in der neuen Garage zwischenlagern.

Anfang Oktober hat Mam' dann angefangen, unsere Sachen zusammen zu packen, Fensterrahmen zu kitten und Löcher zu spachteln. Paps hat sechs neue Zimmertüren angeschleppt, die wir aber leider nicht mehr antesten konnten, denn am

- 26. Oktober 2002 -

war es dann soweit. Wir wurden in einen Mini-Käfig gesteckt, in's Auto verfrachtet und los ging's in Richtung Kaiserstuhl

- in unser erstes eigenes Zimmer !